Es geht immer um Liebe
Michael Stahl bei der Gewaltprävention an der Gewerblichen Schule
Michael Stahl wuchs in Schlossberg, der einst ärmsten Gemeinde Württembergs, in prekären Verhältnissen auf. Der Vater war Alkoholiker und gewalttätig, er gab das weiter, was er selbst von seinem durch Kriegsgefangenschaft traumatisierten Vater gelernt hatte. Michael Stahl wurde aufgrund seiner Herkunft und Familiensituation in der Schule jahrelang gemobbt, mit 18 wurde er obdachlos. Dann begann ein beispielloser Aufstieg, er wurde Personenschützer für Größen wie Falco, Muhammad Ali und sogar Papst Benedikt. Heute sagt er, dass ihn diese Rolle nie glücklich macht, er lediglich nach Zugehörigkeit und Anerkennung gesucht habe. Er betreibt jetzt eine Kampfsportschule in Bopfingen und hält Vorträge in Gefängnissen, Altersheimen, vor Männergruppen und Schulklassen. Vor allem die Jugendarbeit ist ihm eine Herzensangelegenheit. Diesmal durften die zweijährigen Berufsfachschulen, das AVDual und Auszubildende für den Beruf des Friseurs der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd an seinem Gewaltpräventionstraining teilnehmen. Authentisch, offen und mitreißend erzählte er von seiner problematischen Jugend und eigenen Fehltritten. Die größten Kräfte im Leben seien Liebe und Angst und jedem Menschen gehe es darum, geliebt zu werden. Vor jeder Begegnung mit anderen Menschen, besonders, wenn diese als schwierig gelten, entscheide er sich im Vorfeld dazu, sie liebzuhaben. Jeder Mensch soll spüren, dass er wertvoll ist. Deshalb sollten einige Schüler und Schülerinnen Medaillen an andere Anwesende verteilen, um ihnen ihre Sympathie und Anerkennung zu zeigen. Mit der richtigen Mischung aus berührenden Erzählungen aus seinem Leben und seiner Arbeit sowie Vertrauens- und Reaktionsübungen, zeigte Michael Stahl eindrücklich, dass Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung und Liebe wichtige Komponenten sind, um Gewaltkreisläufe zu durchbrechen und sich selbst und andere zu stärken.